Hessische Apfelwein und Obstwiesenroute Regionalschleife Wetterau
Letzte Änderung: 20.01.2012 19:04 Uhr  

8 erlebnisreiche und vernetzte Rad- und Wanderrouten im Wetteraukreis



  • mit Partnerbetrieben

  • mit Radfernwegen

  • mit Streuobstwiesen

  • mit Freizeitstationen

 

Ziele der Apfelwein- und Obstwiesenroute



Der Verein möchte:

  • den wertvollen Kulturlebensraum Obstwiese auch für künftige Generationen erhalten
  • den Schutz der artenreichen Lebensgemeinschaft von Tieren und Pflanzen in der Obstwiese
  • Kultur- und Brauchtumspflege rund um die Verarbeitung der Produkte aus der Obstwiese
  • eine interessante Radroute mit Ausflugs- und Einkehrmöglichkeiten für die ganze Familie bereit stellen
  • die Erzeugung qualitativ hochwertiger und ökologisch produzierter Produkte aus heimischen Lagen
  • die Vermarktung von Produkten aus der Obstwiese vorantreiben.

Wir über uns



 

Die Obstwiesen der Wetterau

Kaum zu glauben, aber ausgerechnet die vom Menschen geschaffenen Obstwiesen sind in der mitteleuropäischen Kulturlandschaft die artenreichsten Lebensräume. Auf mehr als 2.000 verschiedene Tierarten bringt es ein durchschnittlicher Obstwiesenbestand. Besonderes Kennzeichen sind die hochstämmigen Obstbäume mit einer Stammlänge von rund 1,80 m, in lockeren Abständen auf Wiesen und manchmal auch auf Äckern gepflanzt.

In einem bunten Nebeneinander finden sich Äpfel, Birnen, Kirschen und Zwetschen mit so lokalpatriotischen Namen wie Himbacher Grüne oder Friedberger Bohnapfel.

Die Höhlen alter Obstbäume werden oft von Steinkauz, Fledermaus oder Siebenschläfer bewohnt.

Der Obstanbau löste bereits im 16. und 17. Jahrhundert in der Wetterau den Weinbau ab. Daher rühren auch heute noch viele Gemarkungsbezeichnungen wie "Wingert". Seinen Höhepunkt erlebte der Obstanbau gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit waren über 1.500 verschiedene Apfelsorten in Deutschland bekannt.

Mit der Massenproduktion aus niederstämmigen Intensivkulturen, dem zunehmenden Hunger nach Bauland nach dem zweiten Weltkrieg und der Intensivierung der Landwirtschaft begann der Abstieg des Lebensraums Obstwiese. Waren es 1938 in Hessen noch zwölf Millionen Obstbäume so schrumpfte der Bestand bis 1983 auf eine Million.

Eigentliche Ursache für die Gefährdung der Obstwiesen ist aber das veränderte Verbraucherverhalten. Ganzjährig steht heute frisches Obst aus dem globalen Handel zur Verfügung. Damit verliert das heimische Obst an Bedeutung.

Dabei bergen die Obstwiesen ungeahnte Potenziale: Nahezu hundert Prozent des Obstes wird biologisch angebaut. Die Sortenvielfalt sorgt für eine große Bandbreite an Geschmacksrichtungen und Verwendungsmöglichkeiten. Auch der Vitamin- und Mineralstoffgehalt ist verglichen mit dem Einheitsobst aus der Supermarkttheke wesentlich höher. Der Schutz und die Erhaltung des wertvollen Lebensraums Obstwiese muss also über den Weg der Vermarktung gehen. Erst wenn es für sie wirtschaftlich wird, werden sich wieder mehr Menschen an der Pflege der alten Bestände beteiligen.

 

Vereinszweck

Genau dies ist der Ansatz der Apfelwein- und Obstwiesenroute: Freizeiterlebnis und Gaumenschmaus werden kombiniert und helfen über eine entsprechende Nachfrage die Obstwiesen der Wetterau auch für künftige Generationen zu erhalten.

Dazu hat der Verein über ein umfangreiches Radwegenetz rund 100 Stationen, die sich der Nutzung und des Schutzes der Obstwiesen verschrieben haben, mit einander vernetzt.

Darüber hinaus werden regelmäßig Feste sowie Apfelweinprämierungen und Obstbrandtage veranstaltet. Gemeinsam mit anderen Naturschutzverbänden hat die Apfelwein- und Obstwiesenroute im Wetteraukreis einen mobilen Obsttrockner und ein Umwelt-Mobil angeschafft. 

Steinkauz
Fledermaus (Abendsegler)
Siebenschläfer
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